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Schröder-Buch I: Entscheidungen - Mein Leben in der Politik

 

Gerhard Schröder: Entscheidungen


Am 23. Oktober 2006 werden erste Kapitel des neuen Schröder-Buches veröffentlicht.
Titel des 512 Seiten starken/dicken Buches:

"Entscheidungen - Mein Leben in der Politik"


Hoffmann und Campe
ISBN 3-455-50014-5

Man darf gespannt sein, was im Leben des jungen Alt-Kanzlers wichtich waar und watt nich. Erste Auszüge in der morgigen Tagespresse sollen Oskar Lafontaine gewidmet sein. Frei nach dem Motto „Wie es wirklich war mit Oskar Lafontaine“. Interessante Einblicke in den real existierenden deutschen Politbetrieb erwarten den gespannten Leser!


Drei Wochen vor seinem überraschenden Rücktritt vom Amt des Bundesfinanzministers und Vorsitzenden der SPD am 11. März 1999 traf ich Oskar Lafontaine während des EU-Russland Gipfels am 18. und 19. Februar 1999 in Moskau. Am Rande der „Deutsch-Russischen Konsultationen“ unterhielten wir uns stundenlang über Stahltechnologie, Wissenschaft und Forschung, über sein Verhältnis zu Gerhard Schröder und über den Politbetrieb im Allgemeinen. Ich lernte einen Mann kennen, der nicht nur wusste, wie viele Nullen eine Milliarde hat, was vielen Volksvertretern ein absolutes Rätsel war und - leider - auch heute immer noch ist. Oskar Lafontaine erschien mir resigniert und niedergeschlagen ob der vielen Nullen in seinem Umfeld. Innerlich hatte er sich damals bereits verabschiedet.

Unser Gespräch über Stahl und über Gerhard Schröder in meinem Buch:

Hans Joachim Selenz: Wildwest in der Chefetage
"Wildwest auf der Chefetage - Schröders Kampf um Salzgitter und die Kanzlerschaft"

Hans-Joachim Selenz - Buch&media GmbH München 2005 ISBN 3-86520-140-7
Kapitel: Letzte Klärungen – Seite 137: „Schlau wie Oskar“:

Doch lesen Sie selbst:

„Am nächsten Tag (dem 19. Februar 1999) gehen die Gespräche weiter. Dabei komme ich mit Oskar Lafontaine ins Gespräch. Er interessiert sich für die Entwicklungen in der Stahlindustrie. Zum Mittagessen fahren wir in ein russisches Lokal in der Nähe der Moskwa. Oskar Lafontaine bittet mich an seinen Tisch. Er stellt sich schon nach kurzer Zeit als hochintelligenter Gesprächspartner heraus. Er will von mir alles über den Stahl wissen.

Ganz besonders interessiert ihn die Leistungsfähigkeit der Dillinger Hütte. Ich beschreibe ihm die Sonderstellung dieses Erzeugers von hochwertigstem Grobblech aus dem Saarland. Die Firma hat weltweit einen sehr guten Ruf. Aus ihrem Material entstehen hochfeste Rohre, Schiffe und komplexe Industrieanlagen. Auch metallurgische Finessen versteht er nach kurzer technisch-wissenschaftlicher Beschreibung.

Lafontaine ist auch auf chemisch-physikalischem Gebiet informiert. Innerlich ziehe ich den Hut vor diesem Mann und seinem Wissensdurst. Als ich ihm sage, solche Gespräche hätte ich bei Gerhard Schröder vermisst, meint er nur: „Der hat eben andere Interessen.“

Ansonsten höre ich von ihm kein böses Wort über Gerhard. Der wiederum lässt seinen Kollegen und Parteivorsitzenden ostentativ links liegen. Die beiden unterhalten sich nicht miteinander, und das bei einem so wichtigen Termin. Das fällt nicht nur mir auf.“

„Wildwest auf der Chefetage“ - Gerhard Schröders wilder Weg ins Kanzleramt.

Peine, den 22. Oktober 2006 gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

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