Leserbrief zu "Bad Benzos" - Cass Abschiedsbotschaft an die Welt

Heute erreicht den Braunschweig-Spiegel ein Leserbrief des braunschweiger Arztes Dr. Bernhard Piest. Er nimmt Stellung zu dem erschütternden Zeugnis von Cass und ihrer Abschiedsbotschaft. (red)

Kommentar aus medizinischer Sicht zu: 

„Bad Benzos“ – Cass Abschiedsbotschaft an die Welt 

Ein Satz vorweg: Ich werde keine Stellung beziehen zu Cass‘ Entscheidung, sich das Leben zu nehmen und zu ihrem Hadern mit der Situation, dass ihr keine Beihilfe zur Selbsttötung gewährt wird. Mir geht es um ihre lange Leidensgeschichte.

Die Vielzahl der Symptome von Cass sind für einen Gesunden nicht nachzuempfinden, vor allem wenn man bedenkt, dass viele von ihnen gleichzeitig auftreten, nur mit unterschiedlicher Intensität, so dass zeitweise das eine, zeitweise das andere Symptom im Vordergrund steht. Das Leben nach Beginn ihrer Benzodiazepin-Abhängigkeit war für Cass tagsüber eine Dauerfolter, und auch die Nacht brachte für sie wegen der Schlaflosigkeit keine Erholung. Cass übertreibt nicht: Fast alle der aufgezählten Symptome gehören zum Benzodiazepin-Entzugssyndrom, einige zu ihrer Bipolaren Störung (Wechsel zwischen Depression und Manie) und wenige sind wahrscheinlich Folge von phasenhaft aufgetretenen Überdosierungen. Es ist richtig, dass die Abhängigkeit bereits nach wenigen Wochen auftreten kann (etwa bei 50% der Patienten nach längerer Einnahme) und eine Entgiftung oft sehr schwierig ist und Zeiträume von 1 bis 2 Jahren einkalkuliert werden müssen.

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Die Heizkostenabrechnung – kompliziert, teuer, fehlerhaft?

Energieberater der Verbraucherzentrale prüfen Rechnungen und helfen bei der Kostenkontrolle

Wenn Mieter nach einem kalten und langen Winter den Brief mit der Heizkostenabrechnung im Briefkasten finden, ahnen sie nichts Gutes. Für viele bestätigt sich das Gefühl - jedes Jahr aufs Neue kommt es zu hohen Nachzahlungen an den Vermieter. Doch sind diese Abrechnungen korrekt oder lohnt sich eine genaue Überprüfung?

Die Nachzahlung und der neue monatliche Abschlag sind zumindest für die meisten Verbraucher noch klar ersichtlich. „Mit den Details der Abrechnung tun sich dagegen viele sehr schwer“, sagt Birgit Holfert, Expertin der Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Der geforderte Betrag wird dann einfach überwiesen, oftmals zum eigenen Nachteil. In vielen Fällen ist die Heizkostenabrechnung allerdings falsch. Wie eine mehrjährige Untersuchung der Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen zeigt, ist nur jede dritte Heizkostenabrechnung korrekt erstellt worden.

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"Bad Benzos" - Cass Abschiedsbotschaft an die Welt

Dies ist die Abschiedsbotschaft, die Cass hinterlassen hat für die medizinische Gemeinschaft und für Menschen, die von ähnlichen Problemen betroffen sind. Dies sind ihre eigenen Worte in Übersetzung. Es war Cassandras letzter Wunsch, dass ihre Abschiedsbriefe weltweit veröffentlicht und geteilt werden, um zukünftig solche Leidensgeschichten zu vermeiden. Das englischsprachige Original und ihren Abschiedsbrief an Freundinnen und Freunde findet man hier: www.badbenzos.com/2018/08/26/her-messages-to-the-world/

Für Wissenschaft, Bildung und Prävention. Was ist das Benzodiazepin-Entzugssyndrom (BES), meine Geschichte mit Benzodiazepinen (Benzos) und eine Symptomliste. Hier finden Sie den Text zur Botschaft

Ich habe das Benzodiazepin-Entzugssyndrom (BES), das kein typischer Entzug ist, sondern eine Schädigung des Gehirns, die durch die Benzodiazepin-Einnahme verursacht wurde. Ich nahm diese Medikamente so, wie sie mir von Ärzten verschrieben wurden, ich habe sie nie missbräuchlich benutzt und wurde nie vor den Gefahren gewarnt. Im Laufe der Zeit schädigen Benzodiazepine GABA-Rezeptoren im Gehirn und verursachen so eine Schädigung aller Systeme des Körpers und Gehirns. Das GABA-System ist das ‚Bremspedal‘ des Körpers und des Gehirns, es verlangsamt und stoppt die unterschiedlichsten Körperprozesse. Das Glutamat-System hingegen ist das ‚Gaspedal‘, welches Prozesse aktiviert und beschleunigt. Wenn das GABA-System eingeschränkt ist, dann wird nichts mehr ‚gebremst‘, und alle Teile des Körpers, jedes System, jedes Gewebe, jedes Organ wird in Mitleidenschaft gezogen. Es ist schwer, ohne ein ‚Bremspedal‘ die Balance zu finden, und umso länger diese Schädigung andauert und nicht geheilt wird, umso schlimmer wird alles. Kein Teil meines Körpers war von dieser Schädigung des Gehirns nicht betroffen. Es hat mich überrascht, dass ich nicht schon früher an Herzversagen, nächtlichen Atemaussetzern oder einer anderen Funktionsstörung gestorben bin. Das Gehirn steuert alles im Körper. Es bewegt deine Muskeln beim Gehen oder Tippen. Es verarbeitet alle Sinneseindrücke. Es steuert die autonomen Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung, weiterhin auch alle Gefühle, Stimmungen und Reaktionen. „Mentale Symptome“ werden nicht von ätherischen Dingen außerhalb des Körpers verursacht, sondern von körperlichen Prozessen innerhalb des Gehirns. Wenn das Gehirn geschädigt wird, dann wird auch die Seele geschädigt. Alles, was die Medikamente ursprünglich behandeln sollten, trat nach meiner Gehirnschädigung verstärkt auf, und hinzu kamen noch die körperlichen Schäden. Die durchschnittliche Erholungszeit von dieser Gehirnschädigung beträgt 6 bis 18 Monate. Viele benötigen jedoch Jahre, um sich davon zu erholen, und einige haben einen irreparablen Gehirnschaden.

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Lions Eulenspiegel sammelt für Köki

Der Lions Club Braunschweig Eulenspiegel führt auch 2018 seine 4K-Activity fort. Dieses Mal geht der Erlös an den Verein zur Förderung körperbehinderter Kinder e.V., kurz KöKi.

Für den Benefizverkauf von Kitsch, Kultur, Kaffee und Kuchen am 9. September sammelt der Lions Club jetzt verkaufsfähige kultige Spenden aus dem Bereich Kitsch und Kultur: Jeder Braunschweiger ist aufgerufen, im eigenen Keller, Dachboden oder Schrank zu schauen. Immer wieder gern gesehen sind skurrile Handwerksgegenstände, alte Kleinelektrogeräte, aber auch analoge Fotokameras, … Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Die Bereiche Bücher, CDs und Bekleidung sollen ausgeklammert bleiben.

Buttmann unterstützt

Bis zum 31. August, jeweils Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr sowie Freitag bis 15:00 Uhr (von 12:30 Uhr bis 13 Uhr ist keine Annahme möglich) können Kitsch, Kult und Kultur-Spenden bei der W. Buttmann GmbH & Co. KG, Daimlerstraße 22, 38112 Braunschweig abgegeben werden. Bei größeren Mengen „K“ ist natürlich eine Abholung möglich. Eine E-Mail mit Kontaktdaten und Kurzinfo an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! reicht. Mehr Informationen unter www.lionsclub-eulenspiegel.de

Nein zum geplanten Niedersächsischen Polizeigesetz

Hintergrund

Passend dazu: "An den Fans ausprobieren". Damit sind auch Fans von Eintracht Braunschweig gemeint, wenn die gelegentlich mal austicken und sich Schlachten liefern. Das neue Polizeigesetz betrifft nämlich nicht nur Terroristen. Hier in Interview mit Rechtsanwalt Andreas Hüttl, der auch Fussballfans vertritt.

Es gibt noch kostenlose Schulranzen beim SoVD

Wer auf den letzten Drücker noch einen kostenlosen Schulranzen benötigt, kann sich beim SoVD-Braunschweig melden. Ein paar Ranzen von der Aktion zu Beginn des Jahres sind noch übrig. Der SoVD hatte im Januar die Braunschweiger Bürger um Spenden von nicht mehr benötigten Schulranzen gebeten und diese an Familien verteilt. Jetzt vor Schulbeginn sind noch einige Eltern mit ihren Kindern im SoVD-Beratungszentrum gewesen, um einen Tornister abzuholen. Familien, die Interesse an kostenlosen Ranzen haben, können diese im Bäckerklint 8 (nähe Radeklint) abholen. Die Kinder können sich dann ihren Lieblingsranzen aussuchen. Die Abholung ist anonym und steht allen Familien frei. Telefon: 0531-480 760, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

"WELCOME TO SODOM" - dein Smartphone ist schon hier

Das Filmtheater UNIVERSUM zeigt in Kooperation mit Slow Food

Montag, 13. August 2018, 19 Uhr

im Filmtheater Universum, Neue Str. 8, 38100 Braunschweig

Die beiden österreichischen Regisseure Florian Weigensauer und Christian Krönes lassen die Zuschauer  hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und portraitieren die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogbloshie in Ghana wird höchstwahrscheinlich auch Endstation für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen! Sie zählt zu den verseuchtesten Orten der Welt. Rund 40.000 Menschen leben in Slums auf dieser Deponie. Sie werden täglich ungeheuer giftigem Rauch ausgesetzt, der bei der Verbrennung entsteht, um an die Wertstoffe zu gelangen. Darum nennen die Menschen diesen Ort SODOM. Insgesamt drei Monate haben die Filmemacher für diese Dokumentation hier verbracht und das Vertrauen der Menschen bekommen.

"Dieser Wahnsinnsfilm ist der Kommentar zu Weltwirtschaft und Wohlstandsgefälle in spektakulären Bildern" kommentiert das Amnesty Journal.

Krankenkasse verweigert Fahrtkostenübernahme Verlegungsfahrt trotz Krebsdiagnose nicht notwendig

* Krebs im Endstadion kein Grund für Verlegung in wohnortnahes Krankenhaus

* Ältere Verbraucherin soll Kosten für Rücktransport selbst übernehmen

* Verbraucherzentrale Niedersachsen hofft auf Einlenken der Krankenkasse

Braunschweig, 31.07.2018 – Krankentransport trotz Krebs im Endstadion medizi-nisch nicht notwendig – so die Einschätzung der Krankenkasse. Eine ältere Ver-braucherin aus Hannover war von München per Krankenwagen zurück in die Hei-mat gebracht worden. Der Grund: Krebs im Endstadion, nur noch wenige Zeit zu leben. Nun weigert sich ihre Krankenkasse, die Fahrtkosten zu übernehmen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Widerspruch gegen die Ablehnung eingelegt.

Eine ältere Dame aus Hannover reist mit ihren Kindern nach München, um den Jahres-wechsel bei Freunden zu feiern. Stattdessen kommt sie mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus. Die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadion. Nach Ein-schätzung der Ärzte hat sie nur noch wenige Tage oder Wochen zu leben. Sie empfeh-len einen Rücktransport in die Heimat. Da eine Zug- oder Autofahrt nicht möglich sei, organisiert die Klinik einen Liegendtransport. Nach weiteren Untersuchungen in Hanno-ver geben die Ärzte Entwarnung: kein Krebs. Jetzt soll die Patientin die Kosten für den Krankentransport tragen, da er medizinisch nicht notwendig war, so die Einschätzung ihrer Krankenkasse.

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Sozialverband kritisiert Entwurf des neuen Mietspiegels in Braunschweig

Neuer Mietspiegel: zu früh gefreut – vieles zu Lasten der Mieter

Braunschweig. Die Anzahl von Sozialwohnungen ist in Braunschweig in den letzten 20 Jahren von 9.624 auf 3.866 zurückgegangen (-60%). Die Anzahl der Bezieher von Wohngeld hat sich in den letzten zehn Jahren von 2.480 Personen auf 4.632 Betroffene fast verdoppelt. „Mietwucher“ kommt auch in Braunschweig häufig vor. Da waren viele Mieter auf den neuen qualifizierten Mietspiegel gespannt. Dieser liegt jetzt zum Beschluss vor und ist mit 6,4 Prozent Steigerung moderat ausgefallen. Aber das „Kleingedruckte“ hat es trotzdem in sich.

Obwohl sich alle Beteiligten auf ein Verfahren geeinigt hatten, hat der Lobbyverband der Hauseigentümer „Haus & Grund“ den im Juni vorliegenden Entwurf des neuen Mietspiegels abgelehnt. Die Mietsteigerung war dem Verband zu gering ausgefallen. Dabei zeigt der neue Mietspiegel auch neben der Basistabelle viele Vorteile für Vermieter. Das Problem für Mieter liegt in den Zu- und Abschlägen, die durch die Ausstattung oder die Lage einer Wohnung begründet werden können. Die jetzt bekannt gewordenen Änderungen sind alle zu Lasten der Mieter und ermöglichen Vermietern höhere Miet-Zuschläge auf die Basistabelle als noch vor vier Jahren.

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DHL: Ein Post-Unternehmen, das seine Mitarbeiter missachtet

DHL weltweit erfolgreich. Sogar in Betrieben der "Dritten Welt" steht den Arbeitern oft Wasser am Arbeitsplatz zur Verfügung - und die DHL-Mitarbeiter?

Draußen haben wir 37 Grad Celsius und es ist später Nachmittag. Es klingelt an der Haustür. Schweißgebadet vom Nichtstun gehe ich die Treppe runter und öffne die Tür. Eine Frau, deutlich erkennbar von DHL, steht vor der Tür und reicht mir ein Päckchen für die Nachbarin. Während sie mir den Apparat für die Unterschrift rüberreicht, sehe ich mir die Frau genau an. Sie ist gestresst, das ist deutlich erkennbar. Sie hat einen hochroten Kopf und Schweißperlen liegen auf ihrem Gesicht. Ich bekomme Mitleid und frage, ob sie was zu trinken haben möchte. Sie lehnt ab und sagt, dass sie was im Auto habe - sogar gekühlt. So nebenbei frage ich, ob ihr die Getränke und die Kühlbox vom Arbeitgeber gestellt würden - zumindest jetzt bei der extremen Hitze. Schließlich müsse sie jetzt viel trinken, um auch im Strassenverkehr voll konzentriert zu sein und um gesund zu bleiben. Nein, sagt die Frau von DHL, sie müsse alles selber bezahlen und besorgen.

Das zu unserem weltweit erfolgreichen DAX-Unternehmen (warum wohl?), das anscheinend kein Problem damit hat, wenn Mitarbeiter krank werden oder sich und andere im Straßenverkehr gefährden. Und das an die Menschen, die sich alles mit der Post oder sonstwen schicken lassen müssen.