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VW in der Zwickmühle


dok
Kein Lebensraum für den Käfer im Querumer Eremitenwald ?

Mit einer ungewöhnlich kritischen Medienpräsenz muß sich der VW-Konzern  auseinandersetzen.
Gleich vier Artikel innerhalb von 24 Stunden in den zwei Wolfsburger Tageszeitungen "Wolfsburger Nachrichten" sowie der "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" überraschten den Konzern in seiner Heimatstadt Wolfsburg, und das Ganze dann auch noch in den jeweiligen Freitags- und Samstags-Ausgaben der beiden Zeitungen.

Unangenehme Frage an die Verantwortlichen des Konzerns:
Wie passen das VW-Artenschutzprogramm und die Waldvernichtung für ein VW-Luftfracht-Drehkreuz Waggum zusammen?

zeitungen

Während die Wolfsburger Nachrichten am 25.Juni 2010 mahnten:

"Zum Thema Nachhaltigkeit hat Volkswagen in der Tat klare Bekenntnise abelegt und gute Projekte entwickelt und realisiert. Nur zum Thema Waggum war bisher nichts zu hören."
www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7567605/artid/12489086

... will der leitende Angestellte des VW-Tochterunternehmens Boris Gelfert mit dem Argument - die Bäume, die als Lebensraum für den unter höchstem Artenschutz stehenden Käfer dienen könnten, seien nunmal (leider) nicht mehr da - weitermachen mit dem Flughafenausbau wie bisher.


Als Taktik deutet sich sich gegenüber den Europäischen Behörden an, zu behaupten, der Wald sei nun leider weg, daher Maßnahmen für ein Schutzgebiet eh zu spät.
Die übrigen angrenzenden noch mindestens viermal so großen Waldflächen werden verschwiegen, damit die EU darauf nicht aufmerksam wird.
Diese Taktik scheint bereits in der Pressemeldung der Flughafengesellschaft ersichtlich, auf die in den Wolfsburger Nachrichten vom Samstag verwiesen wird.
Dort wird am Ende der Geschäftsführer Gelfert zitiert:

"... Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, erklärte in einer Pressemitteilung, dass ein Baustopp wegen des Eremitenfundes "keine Wirkung zeitigen würde, da auf der Fläche keinerlei Bäume mehr stehen, die dem Eremiten als Lebensraum dienen könnten".
www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7567605/artid/12496151
...nach dem Motto, leider haben wir uns geirrt, Schwamm drüber und nun mal weiter.
VW ist immerhin der gewichtigste Gesellschafter der Flughagengesellschaft Braunschweig-Wolfsburg.

In diesem faktischen Tochterunternehmen des VW-Konzerns sitzt auch noch für die Stadt Wolfsburg deren Oberbürgermeister Schnellecke, im Nebenberuf Spediteur und Zulieferer des VW-Konzerns.

Siehe dazu auch die Diskussion "Pläne für Schnellecke-Luftdrehkreuz längst in der Schublade?".

Die VW-Verantwortlichen könnten nicht nur eingreifen, um weitere Vernichtung eines Eremitenwaldes zu stoppen, sie müssten es, nähmen sie ihre Selbstverpflichtung zum Artenschutz ernst.

Das Zeitfenster der Glaubwürdigkeit für VW schließt sich.

Wenn gewartet wird, bis über die EU-Kommission das VW-Flughafenprojekt gekappt wird, wäre es zum Umsteuern für den Konzern zu spät.
Weitere Diskussion dazu gibt es hier: http://bibs-bs.de/bibs-forum/48-artikel-der-startseite/2498-vw-bekommt-keine-ruhe.html#2501

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