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Fibronil-Skandal - Das kommt der Brunnenvergiftung gleich -

Deutschlandfunk - 09.08.2017

Landwirtschaftsminister Schmidt zum Fipronil-Skandal: "Das kommt der Brunnenvergiftung gleich"

Der Skandal um die mit Fipronil verseuchten Eier nimmt kein Ende. Dabei hatten viele auf mehr Klarheit gehofft, nachdem sich der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme heute den Fragen der zuständigen Fachausschüsse im belgischen Parlament stellen musste. Außerdem musste die Lebensmittelkontrollbehörde AFSCA einen Zwischenbericht vorlegen, wer wann was von den verunreinigten Eiern wusste.

Doch statt Antworten gibt es nun noch mehr Fragen. Denn die wegen ihrer hanebüchenen Informationspolitik völlig zu Recht kritisierten belgischen Behörden weisen nun ihrerseits mit dem Finger auf den Nachbarn. Die Niederlande haben demnach viel früher von dem Fipronil-Problem gewusst, ohne diese Informationen zu teilen. Außerdem hätten sie nur unzureichend mit den belgischen Behörden kooperiert.

Eier schon seit 2016 belastet?

Absehbar ist damit: Der Skandal um die verseuchten Eier, schlampige oder gleichgültige Behörden und kriminelle Panscher, die das Mittel überhaupt erst in Umlauf gebracht haben, zieht immer weitere Kreise. Und womöglich haben die Verbraucher schon sehr viel länger belastete Eier oder mit Eiern verarbeitete Lebensmittel verspeist. Entsprechende Rechnungen über Fipronil-Lieferungen nach Belgien, so wurde heute deutlich, stammen bereits aus dem Frühjahr 2016.

Fingerzeig auf die Niederlande hilft nicht weiter.

Die Nur-Zyniker werden argumentieren, die Gesundheitsgefährdung halte sich dennoch in Maßen. Zumal vielerorts die entsprechenden EU-Grenzwerte nicht einmal überschritten worden sind. Das ändert jedoch nichts am Grundproblem: Fipronil hat - wie andere verbotene Stoffe auch - in Lebensmitteln nichts zu suchen. Werden die Behörden aber dennoch fündig, müssen sie schnellstens informieren.

Gerade bei der Anwendung des Vorsorgeprinzips aber haben zumindest belgischen Behörden kläglich versagt. Warum die entscheidenden Informationen über sechs Wochen lang zurückgehalten worden sind, darauf konnte auch der belgische Landwirtschaftsminister heute keine überzeugenden Antworten geben. Wenn es in den Niederlanden ähnlich gelaufen sein sollte, umso schlimmer. Die belgische AFSCA wird damit nicht entlastet.

 

 

 

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