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Herr Lindner und der Klimawandel

Klimastreik in Braunschweig am 15.03.2019. Foto: Hans-Georg Dempewolf

Das mediale Echo auf die Äußerung von Christian Lindner (FDP) war und ist immer noch ganz enorm. Im Hinblick auf die Schülerstreiks (Fridays For Future) meinte er, dass der Klimawandel „eine Sache für Profis“ sei. Recht hat er! Allerdings unterliegt er einem folgenschweren Irrtum: Nicht er und auch nicht seine KollegInnen aus der Politik sind die Profis in Sachen Klimaschutz. Dies bleibt nun mal in erster Linie ganz schlicht das Feld der Wissenschaften.

Ganz folgerichtig haben sich deshalb auch die „Scientists For Future“ in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie unterstützen die Schülerstreiks und halten ihr Anliegen für „berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.“

Die Art und Weise, wie die Politik mit dem Klimawandel umgeht, ist der Wichtigkeit dieses Themas einfach nicht angemessen. Und „Business as usual“ funktioniert hier eben auch nicht. Mit ein paar Kompromissen oder dem Aussitzen der Probleme lassen sich vielleicht Steuergesetze ändern oder anpassen oder auch manche Probleme überhaupt verschieben. Mit dem Klimawandel funktioniert das nicht. Naturgesetze lassen sich eben nicht mal so außer Kraft setzen oder "anpassen". Wir können versuchen, die Natur möglichst gut zu verstehen und daraus auch unseren Nutzen ziehen, aber wir können ihre Gesetze nicht ändern. Das zu verstehen, tut sich die Politik unendlich schwer.

Und deshalb passiert in Sachen Klimawandel viel zu wenig. Selbst ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz wie etwa ein Tempolimit auf Autobahnen wird ja von der Bundesregierung schon kategorisch abgelehnt. Solange in der Bundesregierung die Ökonomie (die Wirtschaft und ihre Profite) immer Vorrang haben gegenüber dem Klimaschutz und der Ökologie, solange wird es schlecht ums Klima bleiben.  Der früher vielleicht zu Recht mal bestandene Ruf Deutschlands als Vorreiter beim Klimaschutz, hat sich inzwischen eher ins Gegenteil verkehrt: Die Bundesregierung betätigt sich immer öfter als Bremser.

Deutschland steht klimapolitisch "auf der falschen Seite"

Wie EURACTIV meldet, verbündet sich die Bundesregierung im EU-Rat mit Ländern wie Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik, um das Klimaziel der EU-Kommission nach „Klimaneutralität bis 2050“, d.h. nach Reduktion des CO2-Ausstoßes auf 0, zu verwässern. Grund genug für die Schülerbewegung, auch zukünftig weiter einen wirksamen Klimaschutz einzufordern.

Übrigens: Die nächste Schüleraktion in Braunschweig findet wahrscheinlich am kommenden Freitag (29.März) ab 12:00 Uhr statt.

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