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Grüne Verkehrspolitik: Die Bahn

Es ist schon schwierig in politischer Verantwortung zu stehen und aus ihr heraus Opposition zu betreiben. Es stehen in diesem Jahr drei Landtagswahlen an und die wichtige Wahl zum Europäischen Parlament. Da verlockt es schon auf den Putz zu hauen, Brandbriefe zu schreiben und die Öffentlichkeit im parteitaktischen Sinne wachzurütteln.

Ein Beispiel dafür liefert derzeit der grüne Verkehrsminister aus Baden-Württemberg, Winfried Hermann. Der Wochenzeitung Kontex gibt er ein Interview zur Bahnpolitik: "Es ist zum Verzweifeln". Sicher hat er recht mit seiner Analyse der grottenschlechten Bahnpolitik der letzten Jahrzehnte. Er hat auch recht mit seinem Brief, den er über den Zustand der Bahn an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Michael Odenwald, geschrieben hat .Es lohnt sich, das Interview mit Verkehrsminister Hermann zu lesen, dann weiss man wenigsten warum man sich ständig ärgert als Bahnkunde. Dazu auch.

Aber immerhin steht Hermann als Verkehrsminister von B-W, wie sein grüner Parteifreund Kretschmann als MP, seit vielen Jahren in Verantwortung. Kein Wort im Interview zu seiner Verantwortung. Da passt dann auch das Versagen der Verkehrspolitik in Verbindung  zur Förderung der Automobilindustrie im Ländle. Auch kein Wort im Interview zu dem Fiaskoprojekt von Stuttgart 21.  Es sind Wahlkampfzeiten. Das ist immer schwierig, wenn man selber in Verantwortung steht. Briefe zu schreiben und die Probleme zu benennen ist dann immer gut.

Spannend sind die Leserbriefe, die nach dem Interview mit Hermann an die Kontext-Redaktion geschrieben wurden. Alles gört zur Meinungsbildung dazu.

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