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Die neue Umweltzeitung ist da! Wenn Laien forschen.

Wenn Laien forschen,

dann wundern sich die Fachleute. Denn was ist dann ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin? Nur jemand, der erst mehrere akademische Grade erwerben muss und dann auf einer staatlichen Stelle seiner Profession nachgeht mit oftmals immer enger werdendem Expertenhorizont? Oder jeder und jede, die sich ernsthaft auf einem wissenschaftlich relevanten Gebiet mit angemessener Methodik intensiver beschäftigen, belastbare neue Erkenntnisse erarbeiten und publizieren? Sind WissenschaftlerIn schließlich diejenigen, die Wissen schaffen; nicht nur für sich sondern auch für andere.

Ist nicht auch ein Wissenschaftler ein Bürger und kann nicht eine Bürgerin, die intensiv Vögel beobachtet beispielsweise, auch eine Wissenschaftlerin sein? Natürlich, auch wenn das manch im Schubladendenken erstarrten Menschen missfallen mag. Und darum dreht sich unser Titelthema: Bürgerwissenschaften, gerne auch als „Citizen Science“ bezeichnet. Dabei unterscheiden wir nicht so strikt wie der Wissenschaftstheoretiker Peter Finke zwischen „starker“ und „schwacher“ Bürgerwissenschaft. Finke lässt in seinem neuen Buch „Lob der Laien“ nur erstere als „echte“ Bürgerwissenschaft gelten, doch kann aus der „schwachen“ sehr wohl und relativ leicht auch „starke“ Bürgerwissenschaft werden. Unsere Autoren gehen auf das umfangreiche und oft komplexe Beziehungsgeflecht zwischen „Laien“ und „Fachleuten“, „Amateuren“ und „Profis“ ein. Und wen die Vielzahl der vorgestellten lokalen Gruppen überrascht: Es ist nur eine – nicht unbedingt repräsentative – Auswahl.

Im Dezember treffen sich wieder hochrangige Umweltpolitiker und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt zum nächsten Klimagipfel, diesmal – vielleicht passend? – in Polen. Denn Polen setzt, wie auch die USA, auf fossile Energien und damit auf ein weiteres Aufheizen unseres Klimasystems. Wir gehen auch auf die traurige Lage der Klimaschutzpolitik in Deutschland ein, beleuchten ein wenig beachtetes, aber sehr sicheres Nachweisverfahren für das Phänomen der Erderwärmung und fragen nach, ob die „Dürre“ 2018 tatsächlich solch harte Auswirkungen für Landwirte hatte, wie die Lobbyisten gerne behaupten. Vielleicht sollte die Regierung sich keine Klimaschutzziele mehr setzen, wenn sie diese dann auf sanften Druck von Konzernen und Interessenverbänden doch wieder aufgibt …

 

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