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Landwirtschaft: Zwei Demos und ein Missverständnis

Quelle: „www.wir-haben-es-satt.de/Die Auslöser Berlin“

Demo auf Youtube

Presse mit vielen Fotos

Nein, es geht nicht gegen die Bauern bei der Demonstration in Berlin "Wir haben es satt". Die Initiatoren sind selber Bauern.

Bauern aus dem braunschweiger Raum waren es auch, die am Samstag in der Innenstadt Braunschweigs und bei der zentralen Kundgebung in Berlin unter dem Motto "Wir machen euch satt" Flagge zeigten. Die Bauern selbst informierten, indem sie Puderzucker und Infoblätter verteilten. Das war gut so, denn zu wenig aufgeklärt über das was sie konsumieren sind viele Verbraucher.

Hinter dem "Wir machen euch satt steht der Bauernverband, oder wie er in Niedersachsen heißt: Das Landvolk. Spricht man mit den Bauern wird schnell klar, dass sie sich verunglimpft fühlen. Die vielen schlechten Nachrichten über die Auswirkungen der Landwirtschaft auf Boden und Grundwasser und die Tierquälereien nagen am Image.

Schade eigentlich, denn die Landwirtschaft ist die wichtigste aller Wirtschaften. Es passt also: "Wir machen euch satt".

Die Akteure von "Wir haben es satt" beziehen alle Bauern in ihre Aktionsfront ein. So könnte man es ausdrücken: Wir Bauern, die wir ökologisch orientiert wirtschaften haben mit euch, die ihr konventionell wirtschaftet, doch das gleiche Problem, und das ist die Agrarindustrie und ihre Lobbyisten. Seht euch doch die seit Jahrzehnten gestorbenen Höfe an. Das sind doch Resultate einer völlig verfehlten Agrarpolitik. Der Bauernverband ist nicht euer Partner, sondern die Partnerin der Agrarindustrie.

Was gemeinsam benötigt wird, ist eine Ethik landwirtschaftlichen Handelns. Eine Agrarethik, die die Zukunftsfähigkeit der Höfe, die Würde des Tieres und den Schutz der Ressourcen wie Boden, Luft, Wasser und Biodiversität einbezieht. Den Preis hat die Gesellschaft zu zahlen. Das sollte ihr gelingen, denn das Geld ist vorhanden.

 Doch nun betrachten wir die Demo "Wir haben es satt" mal etwas genauer in dem Wissen, dass kein Bauer gerne Tiere verkrüppelt

Das Schwänzeabschneiden bei Mastschweinen ist üblich. Es soll Entzündungen vorbeugen, denn bei Stress in der Haltung fressen sich die Schweine gegenseitig an. Bei artgerechter Schweinehaltung kommt das Schwänzebeißen nur selten vor. Der Schweinemarkt versagt hier! Die Würde des Tieres ist nicht vom Markt bewertbar. Ein Mindestpreis für Schweinefleisch, der die Würde des Tieres mit einbezieht, muss festgelegt werden. (Foto Marlis Zoschke)

Das Schnäbelstutzen bei Hühnern ist trotz Verbot noch üblich. Das Schnabelkürzen wird allen Küken (nicht bei Bio) vorgenommen, die später als Legehennen  Eier legen. Die mit Nerven durchsetzten Schnabelspitzen werden dabei abgetrennt, um zu vermeiden, dass die Hennen sich später gegenseitig verletzen oder gar töten. Der Eiermarkt versagt hier! Die Würde des Tieres ist nicht vom Markt bewertbar. Ein Mindestpreis für Eier, der die Würde des Tieres mit einbezieht, muss festgelegt werden. Tierwohllabel (Foto Marlis Zoschke)

 

 Das Enthornen von Rindern ist üblich. Es wird bei allen Rindern (nicht bei Bio) vorgenommen. Der Prozess ist äußerst schmerzhaft für die jungen Kälber (Foto). Das Enthornen wir durchgeführt, damit die Unfallgefahr für den Menschen und der Tiere untereinander reduziert wird. Die Würde des Tieres ist nicht vom Markt bewertbar. Ein Mindestpreis für Milch und Fleisch, der die Würde des Tieres mit einbezieht, muss festgelegt werden. (Foto Marlis Zoschke)

Kalb nach Enthornung mit einem glühenden Eisen (Foto: Uwe Meier)

Das Gemeinsame der Bauern, egal welche Anbaurichtung, stand im Mittelpunkt der Demo in Berlin (Foto: Marlis Zoschke)

Natürlich wurde viel Musik gemacht, egal für welchen Bauern (Foto: Marlis Zoschke)

Wie seit Jahren üblich, geht die Kleinkunst auf die Straße. So wie hier die farbenfrohen Stelzentänzer. Jede Demo braucht auch was für`s Auge. (Foto: Marlis Zoschke)

Hier tanzen die Bienen, denn die sind im Pflanzenbau besonders wichtig (Foto: Marlis Zoschke)

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