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Braunschweiger und Salzgitteraner bei Protestaktionen im Wendland

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Seit dem 1.Oktober darf das Endlagerbergwerk in Gorleben weitergebaut werden. An spontanen Protesten dagegen im Rahmen eines "Un-Ruhetages" beteilgten sich am Samstag, dem 2. Oktober auch Menschen aus Braunschweig und Salzgitter. Sie stoppten den Verkehr auf der B 216 vor der Ortschaft Göhrde und informierten über die Blockaden im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg und den geplanten Gorleben-Ausbau. Insgesamt beteiligten sich mehr als tausend Menschen mit Traktoren, Wagen und vielen phantasievollen Ideen an 10 Orten an der Aktion. Die Polizei verhielt sich friedlich und Ausschreitungen blieben aus.

Für die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD erklärt Ursula Schönberger: "Es geht heute längst nicht mehr nur darum, Alternativen zu Gorleben zu erkunden. Nach den desaströsen Erfahrungen mit ASSE II und Morsleben müssen wir tabula rasa machen, der Umgang mit Atommüll muss insgesamt neu durchdacht werden. Weiterhin oder sogar noch mehr Atommüll zu produzieren, wenn man schon mit dem alten nicht umgehen kann, verbietet sich da von selbst.

Hintergrund:

Gegen alle wissenschaftliche Expertise wurde der Salzstock Gorleben 1977 vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht als Standort für ein Atommüll-Endlager festgelegt. Trotz anhaltender fachlicher Kritik wird der Salzstock politisch als eignungshöffig bezeichnet und so unter dem Vorwand der "Erkundung" seit Jahren ein Bergwerk errichtet, das bereits so ausgelegt ist, dass es später als Endlager genutzt werden kann. Wegen der grundsätzlichen Zweifel, der politischen Vorfestlegung und fehlender Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Standorten gab es von Beginn an heftige Proteste. Im rot/grünen Atomvertrag mit den Atom-Konzernen wurde deswegen ein 10-jähriges Moratorium festgelegt, um "grundsätzliche Fragen" zu klären. Das Moratorium lief am 30. September 2010 aus und die schwarz/gelbe Regierung verfügte die Fortsetzung der Bauarbeiten. Derzeit beschäftigt sich ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuß des Bundestages mit den politischen Ungereimtheiten um Gorleben.

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