NEW YORKER muss das Schutzabkommen unterzeichnen – sofort!

Jetzt ist es heraus: auch New Yorker lässt in Bangladesh produzieren, wie die BZ in ihrer Ausgabe vom 18.05. meldet. Noch in dem am 17.05. vom Braunschweig-Spiegel veröffentlichten Schreiben war New Yorker dieser Frage ausgewichen.

Nun wird die zweite Frage an New Yorker natürlich umso dringlicher: Unterzeichnet das Unternehmen nun auch das Abkommen zum Schutz der Beschäftigten? An die 30 Textilketten haben dies – unter dem Druck der Geschehnisse in Bangladesh – inzwischen getan. New Yorker lässt mitteilen, dass man einen Beitritt zu dem Abkommen prüfe. Dann aber: „Einer späteren Unterzeichnung stehen wir positiv gegenüber.“ (BZ, 18. Mai) Was denn nun? Entweder prüft das Unternehmen die Frage, dann wäre die Frage der Unterzeichnung völlig offen, oder es will unterzeichnen – dann hat es offenbar doch schon geprüft, und zwar mit positivem Ergebnis. Außerdem: Die anderen Textilketten haben sich auch innerhalb weniger Tage entschieden, schließlich handelt es sich ja auch nicht um völlig neue Fragen – im Gegenteil.

New Yorker erweckt also ein weiteres Mal den Eindruck, herumzulavieren, auf Zeit zu spielen und vielleicht sogar auf Konkurrenzvorteile zu schielen. Denn natürlich kostet der Beitritt zu dem Abkommen auch Geld.

Die Glaubwürdigkeit des Unternehmens hat schon bisher merklich gelitten. Wenn es nun nicht zügig dem Abkommen beitritt, wird sich das Leck schnell vergrößern. Braunschweig – Spiegel sollte in Zukunft regelmäßig bei New Yorker anfragen, ob unterzeichnet worden ist. Die mögliche Spekulation, dass die Angelegenheit bald in Vergessenheit geraten werde, wird also nicht aufgehen.