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Berlin lernt von Braunschweig

Kritiker, die das Kaufhausprojekt über dem Braunschweiger Schlosspark für rundum misslungen halten (zu denen ich mich zugegeben zähle), werden es kaum glauben. Aber das Projekt trägt doch Früchte, wenn auch im negativen Sinne. Berlin kann daraus lernen wie man es jedenfalls nicht machen sollte, und Berlin ist offenbar auch fest entschlossen, daraus zu lernen:

 

"Braunschweig ist der Sündenfall, der nun auch in der fassadenfixierten Berliner Schlossdebatte zum Umdenken zwingt. Der Schock, im ehemaligen Welfenschloss nach Eintritt durchs Schlossportal in einem Starbucks-Café und einem banalen Einkaufszentrum zu landen, bestärkt diejenigen, die eine Kongruenz von Form und Inhalt fordern. „Eine Schrumpfform von Schloss gibt es nicht“, fasst es der Architekturkritiker Dankwart Guratzsch zusammen, und der Berliner Stararchitekt Hans Kollhoff fordert „das ganze Schloss, keine Attrappe“, also eine Rekonstruktion auch der bedeutenden Innenräume sowie der monumentalen Treppen und Durchgänge: „Das Schloss muss prunkvoll sein“, so seine Devise."

 

Das berichtet heute der Berliner Tagesspiegel. Hans Kollhoff ist übrigens ein Kenner der Situation. Als Assistent von Oswald Mathias Ungers wirkte er mit bei der großartigen Arbeit über den Schlosspark und dessen Entwicklungsmöglichkeiten im historischen Gefüge der Stadt Braunschweig. Wir verwiesen hier schon früher einmal auf diese Studie.

Inzwischen stehen die Pferde der Quadriga auf dem Areal und die ganze Problematik der Projektes wird noch einmal deutlich. Die Pferde sind sicherlich stattlich und eindrucksvoll. Aber im Original hatte Howaldt sie aus Kupfer getrieben, was ihnen einen sehr viel dezenteren Auftritt gegeben hatte - man kann fast von adliger Zurückhaltung sprechen. Nun sind sie, in Bronze gegossen, zwar noch um vieles prunkvoller als das Original, aber nicht authentisch. Der Prunk, der dort über dem Portal des Kaufhauses blendet, bleibt äußerlich und aufgesetzt. Es scheint, als würde der Versuch gemacht, sich mit dem goldenen Kalb zu messen und es zu übertrumpfen.

 


(Die Rietschelschen Rösser - links wagt der Bildhauer einen verstohlenen Blick unter die Gürtellinie der Kreatur. Es bleibt abzuwarten, ob die Verwaltung das zum Anlass nehmen wird, dem Fest ihrer Enthüllung fernzubleiben. Konsequent wäre es immerhin.)


Die Wappen über dem Kaufhausportal wurden schon verschiendentlich kritisiert. Hier noch einmal zwei Abbilder. Beschirmt werden die Wappen von einem Baldachin in kleidsamen Telekom-Magenta. Das erinnert farblich an die Homepage der BIBS-Fraktion im Braunschweiger Rathaus - sicher auf der Höhe der Zeit, aber gerade deshalb hier doch arg anachronistisch - hat die Verwaltung auf diese Farbgebung hingewirkt?

 

Die Taubennetze leisten sicher gute Dienste. Sie werden die Tauben schon fernhalten. Ansonsten sind sie vor allem eines: die billigste Variante, die ihren Zweck erfüllt - aber für ein Schloss? -

 

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