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Bauern empört: Auflagen für Cannabis-Anbau sind zu hart

Westfälische Rundschau, Christina Teupen

Der Anbau von Cannabis in Deutschland kann ein lukratives Geschäft werden. Doch die Bauern in NRW sehen kaum eine Chance, davon zu profitieren.
Beim Anbau von Cannabis, der künftig in Deutschland erlaubt ist, fühlen sich hiesige Landwirte und Unternehmen benachteiligt. Die harten Auflagen ließen ihnen kaum Chancen auf einen Zuschlag für das lukrative Geschäft, so der Vorwurf. In der Ausschreibung werde etwa einschlägige Erfahrung mit dem Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke verlangt, der allerdings in Deutschland bisher verboten war. „Es ist skandalös, dass das kein deutscher Landwirt erfüllen kann“, wettert Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW.

Zehn Lizenzen werden vergeben
Seit März 2017 kann Cannabis auf Verordnung eines Arztes aus Apotheken bezogen werden. Zur Deckung der legalen Nachfrage erlaubt die Bundesregierung ab 2019 auch den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergibt dafür insgesamt zehn Lizenzen. Um die Qualität zu sichern, macht es strenge Auflagen für den Anbau.
Laut Deutschem Hanfverband können deutsche Bewerber diese aber so gut wie nicht erfüllen. Ihnen bliebe deshalb nur die Möglichkeit, sich gemeinsam mit erfahrenen Partnern aus dem Ausland zu bewerben.

20 000 Patienten bekommen Cannabis derzeit
Bisher ist die Zahl der Schmerzpatienten, die Cannabis auf Rezept erhalten, überschaubar. Die Barmer GEK hat bis Anfang 2018 insgesamt 3262 Anträge erhalten, von denen 2006 bewilligt wurden. In NRW akzeptierte sie von 672 Anträgen jedoch nur gut die Hälfte (347).
Insgesamt gehen die Schätzungen von bundesweit derzeit rund 20 000 Patienten aus. „Medizinisches Cannabis ist aus der Versorgung schwer kranker Menschen heute nicht mehr wegzudenken. Es ist aber kein Allheilmittel. Daher bleibt es immer eine individuelle Entscheidung“, betont Barmer-Chef Christoph Straub.

Hanfverband rechnet mit massiver Nachfrage
Der Hanfverband rechnet mit einer massiven Steigerung der Nachfrage: „In ein bis zwei Jahren wird es vermutlich 100 000 Patienten geben. Mit Blick nach Kanada und Israel gehen wir davon aus, dass diese Zahl auf 800 000 steigen wird“, so Verbandschef Georg Wurth. Deshalb hält der Hanfverband die ausgeschriebenen 6,6 Tonnen Cannabis für viel zu wenig, um künftig ohne Importe auszukommen.
Dagegen betonte das BfArM auf Anfrage der WAZ das Ziel, die Versorgung schwer kranker Patienten „mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität sicherzustellen“.

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